Ode an die Wasserflasche

Ich habe ein großes Projekt. Seit genau 10 Monaten. Das Ziel: Gewichtsreduktion. Eines der vielen Mittel dies zu erreichen: 2 Liter Wasser pro Tag. Besser mehr. Mein bester Freund und treuer Begleiter auf diesem Weg ist eine Wasserflasche. Erst 0,5 Liter, jetzt schon 1 Liter im Volumen. Sie begleitet mich überallhin. Sie kennt mich besser als die Menschen in meinem Umfeld. Sie weiss bis ins Detail, wie ich meinen Tag gestalte. Wenn Wasser ein Gedächtnis hätte, was wüßte es alles über mich? Heute schon 1 2/3 Liter. Und es ist erst 5. Der Anfang war schwer. Nach Jahren des Cola- und Milchgenusses wurde mir schon beim Anblick von Wasser schlecht. Ich war nie durstig. Trank viel zu wenig. Manchmal nur ein Glas pro Tag. Trinken muss trainiert werden. Das ist das Grundwissen, das jede Diät begleitet. Ich habe es geschafft. Eine intime Beziehung zu meiner Flasche aufgebaut. Sie schaut mich strafend an, wenn Mittags noch kein Liter getrunken ist. Ich nehme sie sogar mit auf Reisen. Meine erste Flasche kam aus Bulgarien. Sie begleitete mich bis Dezember. Dann wurde sie mir am Dubliner Flughafen abgenommen. Scheiterte am Verbot, Flüssigkeiten zu transportieren. Ich hatte sie doch sorgsam geleert! Ein schmerzlicher Verlust. 2 Wochen der Trauer und Flaschenlosigkeit. Dann die Rettung in Berlin. Eine neue Flasche. Viel schöner und größer. Ich verehre, liebe und brauche sie. Sie hält mich am Leben - und ich gieße sie regelmäßig. Ob ich ihr einen Namen gebe?

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