17:40 Uhr. Flughafen Dublin. Wind, Kälte, leichter Regen. Meine erste Herausforderung: eine Busfahrt bis zum Haus meiner Freundin. Es gibt keinen besseren Weg, um mit der irischen Lebensweise und den irischen Verkehrsbedingungen vertraut zu werden. Wo ich mich in Deutschland einem unglaublichen Gedränge und Kampf um Zugang zum sowie Sitzplatz im Bus gegenüber gesehen hätte, geht hier alles sehr ruhig vonstatten. Leute hieven ihre schweren Gepäckstücke durch die schmalen Türen. Der Fahrer sitzt in seiner kleinen Kabine, kassiert, überwacht und organisiert und findet sogar Zeit, Fragen nach dem Reiseziel zu beantworten. Ich finde schnell einen Platz für meinen Koffer und setze mich ans Fenster. 10 Minuten später geht die Busfahrt los. Das Besondere und für mich und sicherlich viele Deutsche Unglaubliche am Dubliner Verkehrssystem ist wohl, dass Haltestellen nicht beschriftet sind. Der Bus hält ca. alle 3 Minuten irgendwo an einem kleinen Schild, das auf eine Haltestelle hindeutet. Keine Überdachung (obwohl die in diesem Land wohl so nötig wäre), keine Beleuchtung, keine Bezeichnung, nichts. Wer einsteigen will, muss 1. wissen, welche Buslinien an gerade dieser Haltestelle halten und 2. dem Bus winken, damit er anhält. Wer aussteigen will, muss sich gut in Dublin auskennen oder den Fahrer bzw. Mitfahrer fragen, woran man die Haltestelle erkennt. Meine Fahrt dauert eine Stunde. Meine Haltestelle liegt in dunkler Straße ohne markante Erkennungspunkte. Alle sind hilfsbereit, fragen mich, wo ich hinmuss, sagen mir wann ich aussteigen muss, bedeuten dem Fahrer, er solle noch warten, bis ich meinen schweren Koffer durch den Gang navigiert habe. Dann schließen sich die Türen hinter mir und der Urlaub kann beginnen.