Heute ist St. Patrick’s Day. Wir bahnen unseren Weg über regennasse Straßen quer durch Irland. Der Scheibenwischer läuft auf Hochtouren und macht wenig Hoffnung auf einen angenehmen Urlaub. Doch sobald wir da sind, geht es mir schlagartig besser. Meine alte Heimat. Alles so vertraut. Ich springe aus dem Auto. Nur mit einer Weste und Handschuhen. Dünner Fadenregen befällt mich zur Begrüßung. Wie damals lege ich keinen Wert auf Mütze oder Regenschirm. Warum auch. Trocken wird man immer irgendwann – und wenn’s im Pub ist, umso besser. Auf dem Weg zum Pub freue ich mich an der Umgebung. Erinnerungen stürmen auf mich ein. Dort hatten wir mal auf der Wiese gelegen. Dort einen Weiberabend gemacht. Hier bin ich vor Liebeskummer zusammengebrochen. Dort mit Áine an der Hand spazieren gegangen. Heute sind viele Iren unterwegs. Die meisten grün und orange gekleidet und betrunken. St. Patrick’s Day. Die große Parade haben wir verpasst. Alles Weitere ist nur noch trinken und feiern. Wo ein solcher Feiertag in Deutschland ein riesenhaftes Volksfest auslösen würde – inklusive Bühnen, Bands, Buden, Karussells und Feuerwerk, ist hier keine Spur davon zu sehen. Wir kehren in ein Pub ein. Seit dem Rauchverbot riecht es besser, aber auch nicht immer angenehm. Heute ein großes Rugby-Match. Irland führt haushoch. Die Stimmung ist gut. Eine Gruppe Männer singt. Unterhaltung unmöglich. Ich trinke, schaue Rugby und genieße es, hier zu sein. Bald sind wir zu dritt. Ziehen uns in ein Café zurück, um uns gegenseitig auf den aktuellen Stand zu bringen. Abendessen außerhalb von Galway. Ein Pint hinterher. Wieder ein erster Hauch von Entspannung und Glück.