Archive für 25.3.2007

Jede Abreise ist ein bißchen wie Sterben

Ein Kind das den ganzen Abend am Hosenbein klammert. Streit um den besten Platz auf dem Schoß. Ringen nach Antworten auf die Frage nach dem Warum. Ein letztes Mal ins Bett bringen. Die letzte Geschichte. Tröstende Worte, die wohl eher an sich selbst gerichtet sind als an die Kleinen. Das letzte Mal drücken und kuscheln. Versprechen, morgens nochmal reinzukommen. Den Geruch einsaugen. Die weiche Haut mit Fingern und Lippen fühlen und wissen, dass man sie schmerzlich vermissen wird. Kinderlachen, Dummheiten und Eigenheiten, die einen durch die Nacht verfolgen und ein Schmunzeln übers Gesicht jagen. Erfolglose Versuche, die Zeit an- und den Moment festzuhalten. Schlaf unmöglich. Ein letztes Mal durchs Haus wandern. Über schlafende Köpfe streichen und liebe Worte flüstern. Die Hunde verabschieden. Das Haus schleichend verlassen und wissen, dass dort in 2 Stunden das Leben ohne mich weitergehen wird. Das Abheben des Flugzeugs besiegelt die Reise. Tränen kaum aufzuhalten. Schonzeit in Dublin. Spätestens wenn ich die Insel endgültig verlasse, gleichen meine Augen dem Ozean unter mir. Nass und salzig.

Abriss

Die Krankheit ereilte mich Mitte der Woche und sorgte für einige Erleichterung - im Magen und in der Seele. Mit meiner Genesung kam das schöne Wetter, sodaß wir Freitag einen herrlichen Tag in T-Shirt und Sonne verbringen konnten. Spielen im Sand, spazieren inmitten irischer Landschaft, Flanieren durch Ennis, Glückshormone, Ruhe und Zufriedenheit, viel Zeit mit Buch und Kindern. Das perfekte Familienleben. Allzu früh von meiner Abreise unterbrochen.

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