Archive für 14.4.2007

Der erste Sonnenbrand

Es ist Sonnabend. Der erste Sonnabend seit langem, den ich in Hamburg verbringe. Frühstück zur Mittagszeit. Ich sitze im T-Shirt auf der Biergartengarnitur und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Schlendern über den Flohmarkt. Mein Kaufinteresse ist gering, die Athmosphäre aber sehr ansprechend. Jetzt ein schönes Plätzchen außerhalb eines Cafés gesucht und den Rest des Nachmittages nicht mehr aus der Sonne gegangen. Ich ziehe meine Schuhe aus, lege die Füße hoch und beobachte über mehrere Stunden hinweg die Leute um mich herum. Genuss pur. Am Abend stelle ich fest, dass ich einen leichten Sonnenbrand habe und meine Sommersprossen zum Leben erweckt wurden. Mehr davon!

Reeperbahn

Menschenmassen schieben sich über die Reeperbahn. Ich versuche den Anschluss an meine 2 Begleiterinnen zu halten und nicht abgetrieben zu werden. Zielgerichtetes Streben in Richtung Hans-Albers-Platz. Erst einmal ein Kurzer zum Anwärmen. Tomatensaft mit Schuss. Lecker, aber irgendwie fehlen die Nudeln dazu. Dann gehen wir ins Frieda B. Wir erkennen eine deutliche Differenz zwischen unseren und den Alkoholpegeln der Umstehenden. Schnell aufholen. Wir bestellen ein Bier und suchen uns einen akzeptablen Platz. Passend beginnt die Schlagerrunde. Nicht so lustig, wenn man nicht betrunken ist. Ich nehme einen Schluck. Wir machen uns ein bißchen Stimmung und tanzen einfach mit. Wer ist das da an meinem Hintern? Sebastian. Aha. Er wußte keinen besseren Weg, um mich anzusprechen. Interessant. Warum auch lange rumquatschen, wenn man gleich zum Wesentlichen kommen kann. Er will mich also ins Bett bekommen. Na, wenigstens ehrlich. Hat allerdings in den unteren Regionen nicht viel zu bieten, ist egoistisch, bei der Bundeswehr und hat eine Freundin, deren Ring er sogar trägt. Interessante Argumentation. So macht man das also heute. Erstmal alle Ausschlußkriterien nennen und dann hoffen, dass sie trotzdem darauf eingeht. Man lernt nie aus. Wenigstens springen ein paar Getränke raus. Nebenbei packt sein Kumpel zur allgemeinen Begutachtung schonmal sein bestes Stück aus. Aha. Ich komme mir fast vor wie in Irland - wenn nur der Schlager nicht wäre. Neue Kneipe, neues Glück. Hier ist die Musik viel besser und die Kurzen schmecken auch. Es wird getanzt. Die nächste Kneipe ist überfüllt mit gealterten Junggesellen ab Mitte 30 aufwärts, die nach frischen 18jährigen Ausschau halten. Solariumbräune inklusive. Schnell weg. Aus allen Türen erschallt Schlager- und Chartmusik. Es ist schon um 4. Zeit, den Abend abzubrechen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Ach ja, nun noch Sebastians Nummer löschen…

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