Der erste Tauchgang

Die sommerlichen Temperaturen laden zum Tauchen ein. Also Zeug gepackt, auf den Rücksitz gehüpft und los gehts. Die Fahrt anstrengend. Stau und Hitze. Alle Welt ist auf dem Weg zur Ostsee. Ankunft verschwitzt und müde. Der Check der Lage ergibt schlechte Sicht. Weites Rausschwimmen erforderlich - Tauchschülern sei dank. Wassertemperatur niedrig genug, um einen Shorty, einen Anzug und eine Eisweste zu tragen. Fast 10 Kilo Blei lassen mich schwanken. Der kühle Wind vermag die Neoprenschichten nicht zu durchdringen. Vollkommen angekleidet schwitze ich unmenschlich und möchte nur noch ins Wasser. Warum kriege ich meine Flossen nicht an? Zum Glück ist Tauchen ein Partnersport. Beim Rausschwimmen schnaufe ich stilecht wie ein Walross. Die Wellen spritzen salziges Wasser in meinen Mund. Endlich da. Zu Atem kommen. Abtauchen. Neuer Versuch. Ganz tief ausatmen und abtauchen. Endlich klappts.
Das Wasser schön kühl. Der Boden kommt näher. Man kann erste Muscheln erkennen. Krebse flitzen über den Sand. Aalmuttern schlängeln sich herum. Seesterne umschlingen Krustentiere. Jetzt ruhig atmen, um nicht zuviel Luft zu verbrauchen und über dem Boden entlanggleiten. Meine Wasserlage ist schlecht. Der Bleigurt verrutscht, zieht mich links herunter. Meine Füße haben zuviel Auftrieb. Ich kämpfe mit mir und dem Equipment. Ist das immer so beim ersten Mal? Der Rückweg geht besser. Entspannung auf 6 m Tiefe. Eine angenehme Tiefe wo selbst meine Füße mal dort sind wo sie hingehören. Wir kommen in Ufernähe. Die Sicht wird schlechter. Wir halten uns aneinander fest. Dort ist ein blauer Wurm, der sich in den Boden eingräbt.
Wieder am Ufer. Der Tauchgang beendet. Der Bleigurt liegt sexy tief auf meiner Hüfte und der Rest des Equipments stützt sich schön auf ihm ab. Meine Beine versagen ihren Dienst. 20 Kilo auf der Hüftmuskulatur - das macht kein Bein mit. Wir lösen den Gurt und ich transportiere ihn in der Hand. Der Weg zum Auto ist beschwerlich. Der Gurt zieht meine Arme immer länger. Die Finger wollen ihn nicht mehr halten. Aber irgendwo muss der Tauchsport ja auch an Sport grenzen. Endlich da. Zeug abwerfen und wegpacken. Ich bin total kaputt, aber auch sehr froh, mal wieder tauchen gewesen zu sein. Das nächste Mal kann es nur besser werden. Abends wird gegrillt. Wir sehen uns zufrieden an, während wir wie ausgehungert die dritte Wurst verdrücken. Ein schöner Tag. Ein tolles Hobby. Ein fantastischer Sport.

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