Berge, Wälder und Strukturen

Die Sonne drückt, die Fahrt ist rasant, das Auto ein Stück Heimat, die Begleitung mehr als vertraut. Entspannt lehne ich mich zurück und sehe die Welt an mir vorbeifliegen. Endlich wieder Berge und dichte Wälder, durch die wir uns schlängeln und die nach 2 Monaten Daueraufenthalt in Hamburg tiefgründige Wohlgefühle in mir aufsteigen lassen. In der Ferne der Chiemsee. Gespickt mit Segelboten glänzt er in der Sonne. Überall Strukturen. Mehr als nichtssagendes Plattland das einen nach zwei Monaten unablässig anzugähnen schien. Berge hoch genug, um Schnee anzulocken und Wolken einzufangen. Wälder die in wenigen Wochen von Pilzen überzuquellen versprechen. Motorradfahrer legen sich tief in die Kurven. Mein Körper drückt gegen die Tür. Und wie früher schwingt die leichte Angst mit, sie könnte sich öffnen und ihren schockierten Inhalt auf die Straße ergießen. Wie ich das liebe. Wie ich das vermisse. Es ist nicht ganz so gut wie Thüringen, aber fast.

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