Salzbergwerk Berchtesgaden. Wir werfen uns in strapazierfähige und durchaus ansehnliche Bergwerksanzüge. Zugfahrt durch schmale Tunnel. Kühle schlägt uns entgegen. Bin ich die Einzige hier, die kein Bayerisch versteht? Wo ist mein Dolmetscher? Egal. Einfach alles mit- und nachmachen. Nach einer kleinen Lasershow mitten im Berg nehmen wir zu dritt auf einer Rutsche Platz, die uns 34m in die Tiefe führt. Mit begeistert in den Vordermann verkrampften Fingern schreien wir unser Glück hinaus. Ob man auf diese Weise einen Bergrutsch auslösen könnte? Egal. Einfach weitermachen. Salzverkostung an der Bergwand. Wieviele Leute hier täglich ihre Bakterien hinterlassen? Egal. Einfach in den Mund mit dem Finger. High-Tech mitten im Berg. An einem anschaulichen Modell wird uns der Salzabbau erläutert. In Hochdeutsch. Sind wir die Einzigen hier die das verstehen? Egal. Das ist nur ausgleichende Gerechtigkeit. Wieder eine Rutsche. Diesmal länger und ich vorne. Einfach herrlich. Das nächste Highlight ist die Bootsfahrt auf dem Spiegelsee. Andächtiges Blicken auf das Wasser, während wir sanft dahingleiten. An den Decken Lichtprojektionen. Ob sowas normal ist im Berg? Egal. Naivität macht das Leben viel spannender. Salzi springt uns entgegen - das kleine sprechende Salzkristall. Wie süß. Ich wußte, es gibt da noch mehr zwischen Himmel und Erde. “Hallo Salzi! Ja, es hat mir gefallen. Viel Spaß noch hier unten im Dunkeln. Ich geh dann mal.”
Fahrt mit dem alten Bergwerksfahrstuhl. Und dann wieder der Zug. So eine Transportvielfalt hatte ich noch nie in einem Bergwerk. Ich bin begeistert. Ob ich Salzi jemals wiedersehen werde? Egal. Ich hab ja den Sandmann.