Samstag Morgen. Joggen. Ich laufe los und versuche, mir den Weg zu merken. Der Park ist schnell gefunden, doch auch schnell wieder zu Ende. Mein hilfesuchender Blick landet auf zwei Joggern, die zielstrebig vorbeilaufen. Ich hinterher. Nicht lange, da führt uns der Weg in einen weiteren und viel größeren Park. Als ich mich sicher fühle, trenne ich mich und setze meinen eigenen Weg fort. Ein See, Gänse, Wiesen und Bäume, darüber die schon jetzt viel zu heiße Sonne. Viel Polizei unterwegs. Seltsam. Hier darf man bestimmt nicht grillen - so wie in Hamburg überall. Ich kämpfe mich voran und laufe ein paar Runden. Die Zielzeit ist erreicht, da drehe ich ab und versuche, meinen Weg zur rettenden Dusche zu finden. Man sollte meinen, das wäre leicht. Bin ich von hier gekommen? Hmmm. Scheinbar war ich doch zu sehr auf die Jogger fixiert. Die Minuten vergehen, da finde ich zumindest aus dem Park heraus. Jetzt den kleinen Park finden. Die Adresse habe ich mir nicht gemerkt. Handy habe ich nicht dabei. Ratlos bleibe ich stehen. Im Zeitalter der digitalen Kommunikation gibt es sowas wie Telefonnummern und Adressen merken nicht mehr. Alles läuft über eMail oder den Handyspeicher. Ich bin total ratlos und frage mich, ob es sich bei den vielen Suchmeldungen die immer im Radio laufen (”seit heute Mittag wird ein 63jähriger Mann vermisst, er trägt eine braune Strickjacke und ist geistig verwirrt”) eigentlich um dehydrierte Jogger handelt, die den Rückweg nicht gefunden haben. Während mein Hirn noch mit der Entscheidung kämpft in Panik oder Gelächter auszubrechen, inspiziere ich die Gegend. Tennisplatz. Hier bin ich doch vorhin vorbeigekommen. Glaube ich. Eventuell. Tischtennisplatten. Ja, auch die kommen mir bekannt vor. Und plötzlich der rettende Ausweg, die Kreuzung, der Fahrradladen - alles wird gut. Mein Hirn ist verwirrt und entscheidet sich für Durstsignale. Der falsche Hauseingang, fast die falsche Wohnung. Schnell korrigieren und dann frohen Mutes in den Tag starten.