Das nächste Highlight ist die Trommelgruppe, die auf dem Anger aufspielen soll. Als wir ankommen, erwarten uns dort allerdings ein paar herausgeputzte Thüringer Mädchen, die eine Gesangsdarbietung geben. Wir beschließen, etwas für unseren Bierhaushalt zu tun und zu warten. Allerdings scheint sich die Biergartengarnitur gerade für ein Päuschen entschieden zu haben und bockt, als wir unser zartes Gewicht auf die Bank verlagern wollen. Ganz schnell sind wir vom unschuldigen Zuschauer zur Attraktion geworden - und das ganz ohne zu singen oder sich herauszuputzen. Eine andere Bank ist uns freundlicher gesonnen und schon sitzen wir eng an eng, trinken unser Bier und schauen in die Runde. In eine Runde, die aus sturzbetrunkenen und gelegentlich die Bühne erstürmenden Gehörbehinderten, einem sich im Takt wiegenden Obdachlosen, einer Unmenge von Teenagern und Leuten unseren Alters besteht, denen auch ein wenig unbehaglich zumute zu sein scheint. Als einer der Gehörbehinderten auf der Bühne ein Lied anstimmt, das mir zwar gefällt, aber extrem an Tokio Hotel erinnert, leeren wir in großen Schlucken unsere Gläser und flüchten. Einstimmig beschließen wir, dass das eigentliche Highlight eigentlich wir waren und dass wir die Performance wiederholen sollten, wenn das Programm nicht unserem Geschmack entspricht.