Nach einem Zwischenstopp bei den Dudelzwergen, einem sehr scharf gewürzten Knoblauchbrot, Kirschbier, einer korpulenten Bauchtanzgruppe und einem fettigen Langos finden wir auf dem Fischmarkt eine Band nach meinem Geschmack. Alte Erfurter Urgesteine, die mit Mundharmonika, Gitarre, Bass und Querflöte alte Klassiker anstimmen und mit denen mich vor vielen Jahren weit mehr verbunden hat als die Musik. Wir setzen uns, trinken noch ein Bier und genießen die Musik. Um uns herum lauter Musiker, die fachmännisch dreinschauen und zustimmend nicken. Für Qualität ist also gesorgt. Die Vergangenheit holt mich ein und ich fühle mich an wilde Jahre erinnert, in denen ich die Erfurter Szene unsicher machte. Schmunzelnd stelle ich fest, dass ich trotz der eingängigen Töne und Stimmen emotional ganz in der Gegenwart und mit meinen Begleitern verwachsen bleibe. Mit einem Bier in der Hand lehne ich mich zurück und lasse mich treiben. Erstaunlich, wie einschneidend sich Musik auf das Leben auswirken kann, wie schnell sich bestimmte Erlebnisse mit Liedern verknüpfen und sich dann immer wieder abrufen lassen, sobald die Lieder ertönen…
Nach dem Konzert treiben uns erneut die Lust auf ein Kirschbier und der Hunger nach irischer Folkmusik. Wir suchen uns einen schönen Platz auf der Mauer und beobachten das Treiben auf und vor der Bühne. Glücklich bewegen wir uns im Takt und freuen uns an den aufsteigenden Emotionen, die wir gemeinsam haben, die uns verbinden und symbolisch für unsere Vergangenheit stehen. Gelegentlich holt jemand Bier. Die Stimmung ist gut. Nach den Iren wieder die Dudelzwerge. Wir sind begeistert. Danach steht nur noch das Feuerwerk auf dem Programm. Es ist kurz aber schön und bildet den perfekten Abschluss eines perfekten Tages.