Erster Besuch in Hanau. Schöne und behagliche Unterkunft. Berührungsängste schwinden schnell. Ich habe schon schönere Innenstädte gesehen, aber die unmittelbare Umgebung ist beeindruckend. Ein Schloss, ein Park und direkt daneben die Märchenfestspiele der Brüder Grimm. Wir schauen uns das Musical “Die sieben Raben” an und ich bin begeistert. Es ist absolut toll gemacht und erinnert in keiner Weise an die großen Musicals, die in all ihrer Professionalität und Perfektion streckenweise vorhersehbar und eintönig wirken. Ein nächtlicher Spaziergang entlang des beleuchteten Schlosses verstärkt die märchenhafte Stimmung um ein Vielfaches.
Am nächsten Morgen nutze ich die wenigen regenlosen Minuten, um entlang des Mains joggen zu gehen. Herrlich, die frische Luft in mich einzusaugen, mich auf fremdem Terrain im Laufschritt von der Sicherheit des Bekannten wegzubewegen und in das Unbekannte zu stürzen. Diesmal habe ich mir den Straßennamen gemerkt, der mir eine sichere Rückkehr ermöglichen soll. Nicht viele Jogger unterwegs, aber die wenigen auf die ich treffe, grüßen freundlich. Ich fühle mich sofort in eine Gemeinschaft aufgenommen und geborgen. Fußgänger lächeln und ich ertappe mich bei der Erkenntnis, dass es mir hier gefällt. Der Rest des Tages versinkt im Regen. Egal. Ich fühle mich wohl.