Elbtunnel. 1975 gebaut. 1.056 m davon liegen unter dem Flussbett. Teilweise 28m unter der Wasseroberfläche. Wieviele Tonnen Wasser dort wohl draufdrücken? Was passiert, wenn Schiffe den Tunnel kreuzen? Die machen das Wasser doch noch viel schwerer! Wie haben die den nur gebaut? Ungläubig schüttelt sie den Kopf. Sowas hat sie noch nie gesehen und die Dimensionen sind weder greif- noch fassbar. Die Alster. Mitten in der Stadt ein See? Sogar mit einer Schleuse. Fasziniert beobachtet sie, wie ein Touristendampfer aus einem Seitenarm kommend über die Schleuse auf Höhe des Alstersees gebracht wird. Das Rathaus wunderschön. Wie bestellt singt ein Chor. Nach einem Kaffee der erste überirdische Kontakt mit der Elbe. Touristen tummeln sich und Landschaften ziehen vorbei. Und das einfach ohne extra zu bezahlen? Auf dem Weg zum nächsten Highlight betrachtet sie die Graffitis in der Hafenstraße. Hier wird auch gemalt. Das scheint ja heutzutage üblich zu sein. Dann ein Cocktail in der Tower Bar. Der Erste Ihres Lebens. Bei einem herrlichen Blick über Hamburg genießt sie den erfrischenden Geschmack. Auch mein Caipirinha schmeckt ihr gut. Beim Essen im Laufauf ist sie schon so geschafft, dass sie am liebsten direkt ins Bett fallen würde. Die Heimfahrt durch die Schanze wird durch Krawalle und Straßensperren verhindert, also ein Umweg über die Reeperbahn. Müdigkeit verringert den Schock.
Brunch im Café Oktober. Der Teller bleibt weitestgehend leer. Sie ist so vollgestopft mit Eindrücken, dass kein Platz mehr für Essen ist. Eine Fahrt im Cabrio, ein Spaziergang durch die Speicherstadt. Das Highlight ist eine Barkassenfahrt. Vorbei an riesigen Containerschiffen, deren Wände wie Mauern aufragen. Sowas hat sie noch nie in ihrem Leben gesehen. Sie ist so überwältigt, dass sie ganz still wird und Schwierigkeiten hat, dem aktuellen Geschehen zu folgen. Und wieder beschäftigt sie der Elbtunnel. So ein Bauwerk. Unglaublich! Dass das nicht zusammenbricht! Auf die Frage, wie ihr das Wochenende gefallen hat, kann sie nicht antworten. Ihr Kopf ist voll von all diesen faszinierenden überdimensionalen unfassbaren und beeindruckenden Dingen. Das muss sich alles erst einmal sortieren und einrasten.
Mit 83 eine fremde Stadt entdecken. Mit 83 Dinge erleben, die man noch nie zuvor gesehen oder gemacht hat und von denen man vielleicht nichtmal wusste, dass es sie gibt. Dinge die mir ganz selbstverständlich vorkommen. Es war schön, sie zu Besuch zu haben und schön, sie beim Erleben all der Dinge zu begleiten. Ich hoffe, sie kommt bald wieder.
26.9.2007 bei 17:17
Wow! Deine Oma? Respekt, falls das so ist!