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17.1.2008 von sandra.
Mit klopfendem Herzen starre ich auf die Uhr. Hätte vor 2 Minuten gegangen sein wollen. Busse sind unberechenbar. Fliegenden Mantels eile ich die Straße entlang. Kein Grund sich aufzuregen, der Bus ist verspätet - und wie. Unruhe keimt auf und benebelt das Hirn. Ein Gedanke blitzt auf: wie organisiere ich in der Kürze der Zeit die Beschaffung aller Fahrkartenbestandteile? Dieser wird vom viel größeren Gedanken verdrängt: wo ist meine aktuelle Bahncard? Aus dem Portemonnaie grinst mich die alte an. Die Suche wird vertagt. Zu kurz ist die Strecke als dass große Einbußen zu beklagen wären. Der regelmäßige Blick zur Uhr führt zu unwillkürlichem Antesten der Beinmuskeln. Schnell die Treppen hoch, 2 Stufen auf einmal. Am DB-Automaten erneut die Frage: wie organisiere ich die Beschaffung der Fahrkartenbestandteile? Warum habe ich das Problem nicht schon auf der Fahrt gelöst? Harburg bis Tostedt? Nein. Hauptbahnhof bis Harburg? Nein! Konzentration! Mit lange ungeübten Fingern drücke ich auf die Tasten. Abbruch. Erst der HVV-Automat. Ergänzungskarte. 3 Ringe. Das hätten wir. Nächster Versuch am DB-Automaten. Ha! Tostedt bis Lauenbrück. Endlich. Wie bezahlen? Die Finger zittern, die Zeit verrinnt. Nicht genug Kleingeld. Visakarte. 2 Ausdrucke. Ich warte, zerre und ziehe. Renne, springe, schlüpfe, drängle, schwitze, sitze, schwitze, wühle, höre, lehne.
Und schon bin ich gefangen in der Vergangenheit. Vertraute Haltestellen. Aussteigen in Lauenbrück. Umgebaut. Etwas neues. Neu ist gut. Neues Auto. Gut. Altes Haus. Hmm. Alles wie immer. Unwillkürlicher Blick auf den Poststapel, ich strecke die Hand aus, bereit zum Durchwühlen. Als die Erkenntnis keimt, ziehe ich sie erschrocken zurück. Meine Post ist schon lange nicht mehr dabei. Der Geruch gleich. Moderig. Staubig. Unwillkürliches Husten. Ein paar Bier. Auch das hat sich nicht geändert. Vertrautheit, die aus allen Ecken zu kriechen scheint und mich umfängt. Den Weg zum Bad nicht verlernt. Blind finde ich jeden Schalter. Das Fehlen meiner Zahnbürste irritiert, aber nur kurz. Schnell noch ein paar Sachen packen. Lang vergessene und nicht gebrauchte Relikte aus einer anderen - viel weniger glücklichen Zeit. Aber über Glück denke ich heute Abend nicht nach. Einkehr in der einzigen Kneipe. Ein Hawaiibaguette, der alten Zeiten willen. Rauchen tut hier keiner mehr. Das ist neu. Der Weg zum Zug erstmalig in Begleitung? Kann sein. Das ist neu. Der DB-Automat funktioniert nicht. Das ist alt. Im Zug zurück denke ich über den Abend nach. Meine Kleidung hat den Geruch angenommen, wie mein Hirn die alten Erinnerungen, die mit langen Fingern nach mir greifen. Und doch war der Besuch positiv. Ein bißchen wie nach Hause kommen. Irgendwie. Und doch, als ich die Tür zu meinem ganz neuen Zuhause schließe, bin ich froh und lasse die Vergangenheit hinter mir. Zumindest bis zum nächsten Besuch…
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9.1.2008 von sandra.
Wohnen. Schlafen. Essen. Einkaufen. Einrichten. Planen. Umziehen. Für zwei denken. Für zwei planen. Für zwei einkaufen. Sich nicht verabreden, sondern zu Hause treffen. Sich abstimmen. Sich helfen. Teilen - Ideen, Gegenstände, Essen, Wohnraum. Aufeinander achten. Gemeinsam - anpacken, lachen, putzen, spielen, einladen. Mehr wir als ich. Mehr unser als deins. Die Herausforderung hoch. Die Umstellung groß. Der Weg geebnet. Zusammen ist jedes Ziel zu meistern.
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