Archive für Mai 2008

Tourismus mal anders - Wien

Das Motto: Erlebe eine Stadt so, als würdest Du dort wohnen.

Sonnabend.

Frisch angekommen, soll erstmal ein ausgiebiges Frühstück den Tag einläuten. Ich reise mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln, schlendere über einen urigen und noch verschlafenen Markt und lasse mich einige Seitenstraßen weiter in einem Café nieder, das vom Reiseführer empfohlen wurde. Wiener Lebensart. Sehr entspannt. Danach der obligatorische Gang durch das Stadtzentrum, der pflichtbeflissene Besuch des Stephansdoms, Abschütteln kniebestrumpfter Konzertkartenaufdrängler und Einkehr im nächsten Café. Sachertorte und Melanche. Dazu in der Zeitung geblättert. Die Meinung über den “Lieblings”nachbarn Deutschland scheint nicht sonderlich hoch zu sein. Ich quittiere das mit einem Schulterzucken. Die Straßenbahn führt mich vorbei an berühmten Prachtbauten vor denen sich Touristen drängeln und hin zu meiner Unterkunft in einem Gewühl von Seitenstraßen, die eine ganz andere Seite der Stadt zeigen. Erstmal Kraft tanken. Abends verspeise ich Landestypisches und genieße ein kühles Bier, bevor ich ins Kino gehe.

Sonntag.

Die Sonne scheint. Ich sitze im Weinberg und trinke einen frischen Gespritzten. Der Blick schweift in die Ferne - hinunter ins Tal auf Stadt und Donau. Alltag ist vergessen, Urlaubsstimmung macht sich breit. Ich strecke mich und rutsche mich auf der Biergartengarnitur zurecht. Eigentlich könnte ich jetzt ganz touristisch durch die Innenstadt hetzen, das Schloss besichtigen, die historischen Gebäude ablaufen. Stattdessen genieße ich Wortfetzen österreichischer Mundart um mich herum und spiele Karten. Später ein Konzertbesuch im Gasometer. Auch schön, das mal gesehen zu haben.

Montag.

Shopping. Nach dem obligatorischen Besuch im Saturn kommt der kleine Plattenladen um die Ecke dran. Viel Landestypisches. Sehr interessant. Danach liege ich mit einer Flasche Wein im Praterpark. Leute beobachten, Lesen, Karten spielen, die Frisbee-Scheibe auspacken. Total entspannt. Zum Abschluss genehmige ich mir eine Käsekrainer im Hotdogbrot und dann geht es zurück nach Hause und in den Alltag.

Das Fazit: Gerne wieder.

Tourismus mal anders - Helsinki

Das Motto: Warum die Stadt besichtigen, wenn man auch ins Aquarium gehen kann?

Montag

Nach der Ankunft winkt erstmal ein kleiner Stadtrundgang zum Hafen hinunter und die Einkaufsmeile hinauf. Zwischenstop am Dom und in einem urigen Café. Abends beim Essen in offizieller Runde erfahre ich viel Landestypisches. Das erste Mal Rentier. Es schmeckt einfach phantastisch. Der Wein ist delikat, aber - wie alle Alkoholika - überteuert.

Dienstag

Langsam schlendere ich gen Dom, der von außen majestätisch auf mich herunterblickt. Sein Innenleben jedoch enttäuscht. Touristen machen Fotos und ich mich schnell von hinnen. Der kleine Markt am Hafen schäumt über mit Kitschständen und Touristen. Ich halte mich abseits und löse ein Ticket gen Suomenlinna, einer Festung vor Helsinki. Dort schlendere ich durch die Gegend, verweile am Meer, lese mein Buch und genieße die Natur und die Nähe zum Wasser. Den Abschluss meines touristischen Streifzuges bildet ein Besuch im Aquarium, das mich sehr beeindruckt. Abends Pizza, Bier und Tischfußball in einer Bar um die Ecke.

Mittwoch

Ein müder Blick durch den Vorhang verrät: bereits morgens um 3 Uhr ist es hell. Das Frühstück ausgiebig. Pflichtprogrammpunkt: Felsenkirche. Danach ein Spaziergang, Café und shoppen.

Fazit: Helsinki ist eine Reise wert. Gerne wieder.

Tourismus mal anders - Irland

Das Motto: Erlebe das Land als hättest Du dort mal gewohnt

Dublin

Kaum sitze ich im Mietwagen, fühle ich mich wieder wie zu Hause. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann ich langsam entspannen und spüre erste Freude aufkeimen. Freunde treffen, Essen gehen, dann noch auf zwei Pint ins typisch irische Pub. Während des Frühstücks am nächsten Morgen stellt sich schon erste Unruhe ein. Voller Erwartung steuere ich den Wagen einmal quer durchs Land. Mit jedem Meter fühle ich mich sicherer und heimischer.

Kilmurry

Direkt nach der Ankunft zum Kinder bespaßen abgeordnet. Seifenkiste schieben um die Grünfläche. Die Taschen stehen noch gepackt im Flur. Es ist herrlich warm. Dann ein Barbecue bei Bekannten. Selbst hergestellte Würste, leckeres Essen, viele Kinder, Spaß und Spiel. Ein toller Nachmittag.

Strand und Streichelzoo

Wir fahren zum Streichelzoo. Direkt an den berühmten Cliffs. Aber wer will da schon hin, wenn er zum Streichelzoo kann? Das Lama entreißt die Futtertüte, der Kleine isst das Futter lieber selbst. Es gibt viel Geschrei. Erste Entspannung am Spielplatz. Alle sind beschäftigt. Den Höhepunkt bildet ein Tretautorennen. Danach Abkühlung am Strand. Noch Klamotten an? Egal, hauptsache ins Wasser. Kälte und Hunger und die Ohren schrillen vom Gekreische. Cool bleiben, abtrocknen, verpacken und abfüttern. Ruhe. Abends Kino. Zeit für Zweisamkeit.

Galway

Freundin treffen, an der Bay spazierengehen, Mittagessen, die letzten irischen Filme shoppen, Irish Coffee trinken… Perfekt. Die Rückfahrt mitten im Berufsverkehr. Daran hätte ich mich erinnern müssen…

Ennis

Nach einem kurzen Abend im Pub mit typisch irischer Livemusik und Cola mit Eiswürfeln, bei deren Genuss einem erst zu spät einfällt, dass Ennis seit längerem ein Wasser-/Abwasserproblem hat, verbringe ich nochmal einen Nachmittag in Ennis. Taco Fries im Abrakebabra sind ein Muss, verzehrt während man mit baumelnden Füßen am Fluss sitzt. Dann ein Rundgang durch die Stadt und die kleinen Gäßchen. Ein kurzer Abstecher ins liebgewonnene Wohngebiet. Viel verändert hat sich nicht.

Bunratty

Ein Schloss, ein Volkspark, 2 Kinder. Das eine schmiert sich Sonnenmilch ins Auge, das andere hat seine 5 Minuten, beide sind kaufsüchtig und bitter enttäuscht als es nichts gibt. Ansonsten ist es ein toller Ausflug. Alte Häuser, irische Geschichte, Sandwich, Spielplatz, Eis, ein Kuhfladen, gut bekletterbare Landmaschinen, Blumen für die Mutti, Zuckerketten für die Kinder, nichts für mich.

Abends gehen wir schick essen. Die Esskultur in Irland ist anders als hier. Man geht selten essen, aber wenn, dann richtig. Wir haben uns ein schönes Restaurant in Bunratty ausgesucht und Wochen vorher reserviert. Die Begrüßung ist sehr locker und freundlich. Im Vorraum nehmen wir einen Aperitif, wählen unsere Speisen und werden als es losgeht, zum Tisch gebracht. Die Vorspeise ist köstlich. Muscheln in einer Weißweinsoße. Als Hauptspeise Fisch. Dazu gibt es Gemüse und eine schmackhafte Soße. Als Nachspeise nehme ich Rhabarberkuchen. Ich schmelze dahin. Ein Irish Coffee bildet den krönenden Abschluss. So viel Geld habe ich noch nie für ein Essen ausgegeben, aber wert war es das auf jeden Fall…

Birr

Auf der Rückfahrt in den Osten ein Halt in Birr. Im Park wandeln, das Teleskop bestaunen, das Museum besuchen. Eine sehr schöne Anlage. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zur Verfügung. Ein letzter Abend in Dublin. Crispy Roast Duck beim Chinesen. Ein letztes Muss auf dieser Reise. Die Nacht fast komatös. Entspanntes Aufstehen läutet die Heimreise ein. Das letzte Frühstück schmeckt ganz besonders gut…

Fazit: Kinder sind ganz schön anstrengend und die Zeit war zu kurz.

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