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19.8.2007 von sandra.
Beruhigend schaukelt das Boot, während ich lesend, redend, trinkend auf dem Sonnendeck entspanne. Das blaue Wasser glitzert einladend. Nach dem obligatorischen Toilettenbesuch am Zielpunkt verschlinge ich die Informationen aus dem Briefing und stürze mich vorfreudig in meine Ausrüstung. Bodycheck, Brille spülen, Flossen an, Luft ins Jacket und rein ins Wasser. Die Gruppe sammelt sich und taucht ab. Der Computer piept. Dann nur noch das Geräusch des Atmens und gelegentlich ein leichtes Knistern in Ufernähe, das eventuell vom Sand herrührt, der auf Felsen schabt. Um mich herum endlose Bläue in die sich Felsformationen und Konturen einschneiden. Schaue ich nach oben, hellt die Bläue auf - bis ich von den einfallenden Lichtstrahlen fast geblendet werde. Auf meinen Reisen begegne ich verschiedenen Lebewesen. In größeren Tiefen hausen große Zackenbarsche, die sich träge durch das Wasser schieben. Woanders entdecke ich einen Drachenkopf, der perfekt getarnt zwischen Felsen verharrt. Hier und da sieht man Trompetenfische, Barakudas und Schollen. Am beeindruckendsten sind die Makrelen, die um mich herum Fischschwärme jagen, kleine lilafarbene Nacktschnecken, träge vorbeischwimmende Schildkröten und ein Oktopus, der so gut getarnt ist, dass man ihn erst entdeckt, als er - durch die dicht vorbeischwimmenden Taucher verängstigt - Tinte spritzt. Ein anderer Oktopus enttarnt sich durch eine kleine Bewegung, die ich noch im Augenwinkel wahrnehme. Ich bin Auge in Auge mit einer Muräne, treffe auf Seegurken, tauche durch Höhlen, einen Canyon und entlang verschiedener Wracks. Es ist eine völlig andere Welt die mich gefangen nimmt und nicht loslassen möchte, die ich hautnah miterleben kann und der ich bloß mit einem Shorty bekleidet noch nie so nah gekommen bin wie jetzt. 19-mal Abtauchen. 21-mal Bootfahren. Und wenn ich nachts im Hotelbett liege und das Schwanken des Bootes nachhallt, entführen mich meine Träume wieder in diese endlose Bläue die mich zudeckt, kühlt und fasziniert.
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15.5.2007 von sandra.
Viele Taucher zieht es in südliche Gefilde. Das Mittelmeer, die Karibik, Australien, Südafrika - große bunte Fische, bunte Nacktschnecken, tolle Vegetation. Doch dass es auch in der Ostsee ganz schön viel zu sehen gibt, habe ich jetzt auf einem Meeresbiologie-Seminar erfahren dürfen. Was vorher wie ein Grashalm aussah, hat sich jetzt in eine Seenadel verwandelt. Die weißen Punkte auf den Miesmuscheln sind Seepocken, die mit winzigen Fingern nach Nahrung greifen. Die kleinen sandigen Kringel auf dem Boden die Ausscheidungen von Wattwürmern. Das pflanzliche Gewirr auf den Felsen verschiedene Algenarten. Überall wimmelt es von Leben. Garnelen, Flohkrebse, Krabben, Rippen- und Ohrenquallen, Seesterne…. Es ist, als hätte jemand ein Märchenbuch aufgeklappt und als wäre man direkt in die Welt hineingefallen. Echt toll und absolut empfehlenswert. Ich bin fasziniert und begeistert :-). Tauchen 4ever!
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2.5.2007 von sandra.
Endlich ein eigener Anzug. Endlich genug Blei, welches ich taktisch geschickt auf Gürtel und Jacket verteilt habe. Nette Menschen um mich herum. Gute Stimmung. Wir stürzen uns ins Meer und tauchen schnell ab. Wozu ewig rausschnorcheln, wenn es auch im flachen Bereich schon viel zu sehen gibt? Seesterne, Krabben, Muscheln und Schnecken. Kaum ein Fisch kreuzt meinen Weg. Egal. Ich fühle mich gut und bin sehr entspannt. Genieße die Schwerelosigkeit und bewege mich mit sparsamen Flossenbewegungen vorwärts. Die Wasserlage ist perfekt. Tarieren ein Kinderspiel. Das Wasser ist kalt und beißt im Gesicht. Die Finger kühlen schnell aus. Aber ich weiß, dass mich draußen die Sonne und ein Nachmittag am Strand erwarten, deshalb macht es mir nichts aus. Ich genieße den Tauchgang und lasse mich treiben. Einfach schön.
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15.4.2007 von sandra.
Die sommerlichen Temperaturen laden zum Tauchen ein. Also Zeug gepackt, auf den Rücksitz gehüpft und los gehts. Die Fahrt anstrengend. Stau und Hitze. Alle Welt ist auf dem Weg zur Ostsee. Ankunft verschwitzt und müde. Der Check der Lage ergibt schlechte Sicht. Weites Rausschwimmen erforderlich - Tauchschülern sei dank. Wassertemperatur niedrig genug, um einen Shorty, einen Anzug und eine Eisweste zu tragen. Fast 10 Kilo Blei lassen mich schwanken. Der kühle Wind vermag die Neoprenschichten nicht zu durchdringen. Vollkommen angekleidet schwitze ich unmenschlich und möchte nur noch ins Wasser. Warum kriege ich meine Flossen nicht an? Zum Glück ist Tauchen ein Partnersport. Beim Rausschwimmen schnaufe ich stilecht wie ein Walross. Die Wellen spritzen salziges Wasser in meinen Mund. Endlich da. Zu Atem kommen. Abtauchen. Neuer Versuch. Ganz tief ausatmen und abtauchen. Endlich klappts.
Das Wasser schön kühl. Der Boden kommt näher. Man kann erste Muscheln erkennen. Krebse flitzen über den Sand. Aalmuttern schlängeln sich herum. Seesterne umschlingen Krustentiere. Jetzt ruhig atmen, um nicht zuviel Luft zu verbrauchen und über dem Boden entlanggleiten. Meine Wasserlage ist schlecht. Der Bleigurt verrutscht, zieht mich links herunter. Meine Füße haben zuviel Auftrieb. Ich kämpfe mit mir und dem Equipment. Ist das immer so beim ersten Mal? Der Rückweg geht besser. Entspannung auf 6 m Tiefe. Eine angenehme Tiefe wo selbst meine Füße mal dort sind wo sie hingehören. Wir kommen in Ufernähe. Die Sicht wird schlechter. Wir halten uns aneinander fest. Dort ist ein blauer Wurm, der sich in den Boden eingräbt.
Wieder am Ufer. Der Tauchgang beendet. Der Bleigurt liegt sexy tief auf meiner Hüfte und der Rest des Equipments stützt sich schön auf ihm ab. Meine Beine versagen ihren Dienst. 20 Kilo auf der Hüftmuskulatur - das macht kein Bein mit. Wir lösen den Gurt und ich transportiere ihn in der Hand. Der Weg zum Auto ist beschwerlich. Der Gurt zieht meine Arme immer länger. Die Finger wollen ihn nicht mehr halten. Aber irgendwo muss der Tauchsport ja auch an Sport grenzen. Endlich da. Zeug abwerfen und wegpacken. Ich bin total kaputt, aber auch sehr froh, mal wieder tauchen gewesen zu sein. Das nächste Mal kann es nur besser werden. Abends wird gegrillt. Wir sehen uns zufrieden an, während wir wie ausgehungert die dritte Wurst verdrücken. Ein schöner Tag. Ein tolles Hobby. Ein fantastischer Sport.
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