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26.5.2008 von sandra.
Das Motto: Erlebe eine Stadt so, als würdest Du dort wohnen.
Sonnabend.
Frisch angekommen, soll erstmal ein ausgiebiges Frühstück den Tag einläuten. Ich reise mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln, schlendere über einen urigen und noch verschlafenen Markt und lasse mich einige Seitenstraßen weiter in einem Café nieder, das vom Reiseführer empfohlen wurde. Wiener Lebensart. Sehr entspannt. Danach der obligatorische Gang durch das Stadtzentrum, der pflichtbeflissene Besuch des Stephansdoms, Abschütteln kniebestrumpfter Konzertkartenaufdrängler und Einkehr im nächsten Café. Sachertorte und Melanche. Dazu in der Zeitung geblättert. Die Meinung über den “Lieblings”nachbarn Deutschland scheint nicht sonderlich hoch zu sein. Ich quittiere das mit einem Schulterzucken. Die Straßenbahn führt mich vorbei an berühmten Prachtbauten vor denen sich Touristen drängeln und hin zu meiner Unterkunft in einem Gewühl von Seitenstraßen, die eine ganz andere Seite der Stadt zeigen. Erstmal Kraft tanken. Abends verspeise ich Landestypisches und genieße ein kühles Bier, bevor ich ins Kino gehe.
Sonntag.
Die Sonne scheint. Ich sitze im Weinberg und trinke einen frischen Gespritzten. Der Blick schweift in die Ferne - hinunter ins Tal auf Stadt und Donau. Alltag ist vergessen, Urlaubsstimmung macht sich breit. Ich strecke mich und rutsche mich auf der Biergartengarnitur zurecht. Eigentlich könnte ich jetzt ganz touristisch durch die Innenstadt hetzen, das Schloss besichtigen, die historischen Gebäude ablaufen. Stattdessen genieße ich Wortfetzen österreichischer Mundart um mich herum und spiele Karten. Später ein Konzertbesuch im Gasometer. Auch schön, das mal gesehen zu haben.
Montag.
Shopping. Nach dem obligatorischen Besuch im Saturn kommt der kleine Plattenladen um die Ecke dran. Viel Landestypisches. Sehr interessant. Danach liege ich mit einer Flasche Wein im Praterpark. Leute beobachten, Lesen, Karten spielen, die Frisbee-Scheibe auspacken. Total entspannt. Zum Abschluss genehmige ich mir eine Käsekrainer im Hotdogbrot und dann geht es zurück nach Hause und in den Alltag.
Das Fazit: Gerne wieder.
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14.5.2008 von sandra.
Das Motto: Warum die Stadt besichtigen, wenn man auch ins Aquarium gehen kann?
Montag
Nach der Ankunft winkt erstmal ein kleiner Stadtrundgang zum Hafen hinunter und die Einkaufsmeile hinauf. Zwischenstop am Dom und in einem urigen Café. Abends beim Essen in offizieller Runde erfahre ich viel Landestypisches. Das erste Mal Rentier. Es schmeckt einfach phantastisch. Der Wein ist delikat, aber - wie alle Alkoholika - überteuert.
Dienstag
Langsam schlendere ich gen Dom, der von außen majestätisch auf mich herunterblickt. Sein Innenleben jedoch enttäuscht. Touristen machen Fotos und ich mich schnell von hinnen. Der kleine Markt am Hafen schäumt über mit Kitschständen und Touristen. Ich halte mich abseits und löse ein Ticket gen Suomenlinna, einer Festung vor Helsinki. Dort schlendere ich durch die Gegend, verweile am Meer, lese mein Buch und genieße die Natur und die Nähe zum Wasser. Den Abschluss meines touristischen Streifzuges bildet ein Besuch im Aquarium, das mich sehr beeindruckt. Abends Pizza, Bier und Tischfußball in einer Bar um die Ecke.
Mittwoch
Ein müder Blick durch den Vorhang verrät: bereits morgens um 3 Uhr ist es hell. Das Frühstück ausgiebig. Pflichtprogrammpunkt: Felsenkirche. Danach ein Spaziergang, Café und shoppen.
Fazit: Helsinki ist eine Reise wert. Gerne wieder.
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12.5.2008 von sandra.
Das Motto: Erlebe das Land als hättest Du dort mal gewohnt
Dublin
Kaum sitze ich im Mietwagen, fühle ich mich wieder wie zu Hause. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann ich langsam entspannen und spüre erste Freude aufkeimen. Freunde treffen, Essen gehen, dann noch auf zwei Pint ins typisch irische Pub. Während des Frühstücks am nächsten Morgen stellt sich schon erste Unruhe ein. Voller Erwartung steuere ich den Wagen einmal quer durchs Land. Mit jedem Meter fühle ich mich sicherer und heimischer.
Kilmurry
Direkt nach der Ankunft zum Kinder bespaßen abgeordnet. Seifenkiste schieben um die Grünfläche. Die Taschen stehen noch gepackt im Flur. Es ist herrlich warm. Dann ein Barbecue bei Bekannten. Selbst hergestellte Würste, leckeres Essen, viele Kinder, Spaß und Spiel. Ein toller Nachmittag.
Strand und Streichelzoo
Wir fahren zum Streichelzoo. Direkt an den berühmten Cliffs. Aber wer will da schon hin, wenn er zum Streichelzoo kann? Das Lama entreißt die Futtertüte, der Kleine isst das Futter lieber selbst. Es gibt viel Geschrei. Erste Entspannung am Spielplatz. Alle sind beschäftigt. Den Höhepunkt bildet ein Tretautorennen. Danach Abkühlung am Strand. Noch Klamotten an? Egal, hauptsache ins Wasser. Kälte und Hunger und die Ohren schrillen vom Gekreische. Cool bleiben, abtrocknen, verpacken und abfüttern. Ruhe. Abends Kino. Zeit für Zweisamkeit.
Galway
Freundin treffen, an der Bay spazierengehen, Mittagessen, die letzten irischen Filme shoppen, Irish Coffee trinken… Perfekt. Die Rückfahrt mitten im Berufsverkehr. Daran hätte ich mich erinnern müssen…
Ennis
Nach einem kurzen Abend im Pub mit typisch irischer Livemusik und Cola mit Eiswürfeln, bei deren Genuss einem erst zu spät einfällt, dass Ennis seit längerem ein Wasser-/Abwasserproblem hat, verbringe ich nochmal einen Nachmittag in Ennis. Taco Fries im Abrakebabra sind ein Muss, verzehrt während man mit baumelnden Füßen am Fluss sitzt. Dann ein Rundgang durch die Stadt und die kleinen Gäßchen. Ein kurzer Abstecher ins liebgewonnene Wohngebiet. Viel verändert hat sich nicht.
Bunratty
Ein Schloss, ein Volkspark, 2 Kinder. Das eine schmiert sich Sonnenmilch ins Auge, das andere hat seine 5 Minuten, beide sind kaufsüchtig und bitter enttäuscht als es nichts gibt. Ansonsten ist es ein toller Ausflug. Alte Häuser, irische Geschichte, Sandwich, Spielplatz, Eis, ein Kuhfladen, gut bekletterbare Landmaschinen, Blumen für die Mutti, Zuckerketten für die Kinder, nichts für mich.
Abends gehen wir schick essen. Die Esskultur in Irland ist anders als hier. Man geht selten essen, aber wenn, dann richtig. Wir haben uns ein schönes Restaurant in Bunratty ausgesucht und Wochen vorher reserviert. Die Begrüßung ist sehr locker und freundlich. Im Vorraum nehmen wir einen Aperitif, wählen unsere Speisen und werden als es losgeht, zum Tisch gebracht. Die Vorspeise ist köstlich. Muscheln in einer Weißweinsoße. Als Hauptspeise Fisch. Dazu gibt es Gemüse und eine schmackhafte Soße. Als Nachspeise nehme ich Rhabarberkuchen. Ich schmelze dahin. Ein Irish Coffee bildet den krönenden Abschluss. So viel Geld habe ich noch nie für ein Essen ausgegeben, aber wert war es das auf jeden Fall…
Birr
Auf der Rückfahrt in den Osten ein Halt in Birr. Im Park wandeln, das Teleskop bestaunen, das Museum besuchen. Eine sehr schöne Anlage. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zur Verfügung. Ein letzter Abend in Dublin. Crispy Roast Duck beim Chinesen. Ein letztes Muss auf dieser Reise. Die Nacht fast komatös. Entspanntes Aufstehen läutet die Heimreise ein. Das letzte Frühstück schmeckt ganz besonders gut…
Fazit: Kinder sind ganz schön anstrengend und die Zeit war zu kurz.
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4.8.2007 von sandra.
Das Gute am Urlaub ist, dass die Tage vorher so stressig sind, dass wenn man erstmal alles gepackt und organisiert hat und sich für ein letztes Bier auf die Couch setzt (bevor man viel zu spät ins Bett geht, um viel zu früh aufzustehen) man sich so richtig urlaubsreif fühlt und einfach nur so von der Vorfreude auf baldige Entspannung erfüllt ist, dass man die Entspannung schon spüren kann. 2 Wochen Tauchen. 2 Wochen Sonne. 2 Wochen Meer. 2 Wochen abschalten. 2 Wochen kein Computer. Begeisterung hallt durch die Tiefen meines Hirnes und die Euphorie ist unermesslich. Nur noch einmal schlafen - wenn auch nur kurz…
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9.6.2007 von sandra.
Samstag Morgen. Joggen. Ich laufe los und versuche, mir den Weg zu merken. Der Park ist schnell gefunden, doch auch schnell wieder zu Ende. Mein hilfesuchender Blick landet auf zwei Joggern, die zielstrebig vorbeilaufen. Ich hinterher. Nicht lange, da führt uns der Weg in einen weiteren und viel größeren Park. Als ich mich sicher fühle, trenne ich mich und setze meinen eigenen Weg fort. Ein See, Gänse, Wiesen und Bäume, darüber die schon jetzt viel zu heiße Sonne. Viel Polizei unterwegs. Seltsam. Hier darf man bestimmt nicht grillen - so wie in Hamburg überall. Ich kämpfe mich voran und laufe ein paar Runden. Die Zielzeit ist erreicht, da drehe ich ab und versuche, meinen Weg zur rettenden Dusche zu finden. Man sollte meinen, das wäre leicht. Bin ich von hier gekommen? Hmmm. Scheinbar war ich doch zu sehr auf die Jogger fixiert. Die Minuten vergehen, da finde ich zumindest aus dem Park heraus. Jetzt den kleinen Park finden. Die Adresse habe ich mir nicht gemerkt. Handy habe ich nicht dabei. Ratlos bleibe ich stehen. Im Zeitalter der digitalen Kommunikation gibt es sowas wie Telefonnummern und Adressen merken nicht mehr. Alles läuft über eMail oder den Handyspeicher. Ich bin total ratlos und frage mich, ob es sich bei den vielen Suchmeldungen die immer im Radio laufen (”seit heute Mittag wird ein 63jähriger Mann vermisst, er trägt eine braune Strickjacke und ist geistig verwirrt”) eigentlich um dehydrierte Jogger handelt, die den Rückweg nicht gefunden haben. Während mein Hirn noch mit der Entscheidung kämpft in Panik oder Gelächter auszubrechen, inspiziere ich die Gegend. Tennisplatz. Hier bin ich doch vorhin vorbeigekommen. Glaube ich. Eventuell. Tischtennisplatten. Ja, auch die kommen mir bekannt vor. Und plötzlich der rettende Ausweg, die Kreuzung, der Fahrradladen - alles wird gut. Mein Hirn ist verwirrt und entscheidet sich für Durstsignale. Der falsche Hauseingang, fast die falsche Wohnung. Schnell korrigieren und dann frohen Mutes in den Tag starten.
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7.6.2007 von sandra.
Salzbergwerk Berchtesgaden. Wir werfen uns in strapazierfähige und durchaus ansehnliche Bergwerksanzüge. Zugfahrt durch schmale Tunnel. Kühle schlägt uns entgegen. Bin ich die Einzige hier, die kein Bayerisch versteht? Wo ist mein Dolmetscher? Egal. Einfach alles mit- und nachmachen. Nach einer kleinen Lasershow mitten im Berg nehmen wir zu dritt auf einer Rutsche Platz, die uns 34m in die Tiefe führt. Mit begeistert in den Vordermann verkrampften Fingern schreien wir unser Glück hinaus. Ob man auf diese Weise einen Bergrutsch auslösen könnte? Egal. Einfach weitermachen. Salzverkostung an der Bergwand. Wieviele Leute hier täglich ihre Bakterien hinterlassen? Egal. Einfach in den Mund mit dem Finger. High-Tech mitten im Berg. An einem anschaulichen Modell wird uns der Salzabbau erläutert. In Hochdeutsch. Sind wir die Einzigen hier die das verstehen? Egal. Das ist nur ausgleichende Gerechtigkeit. Wieder eine Rutsche. Diesmal länger und ich vorne. Einfach herrlich. Das nächste Highlight ist die Bootsfahrt auf dem Spiegelsee. Andächtiges Blicken auf das Wasser, während wir sanft dahingleiten. An den Decken Lichtprojektionen. Ob sowas normal ist im Berg? Egal. Naivität macht das Leben viel spannender. Salzi springt uns entgegen - das kleine sprechende Salzkristall. Wie süß. Ich wußte, es gibt da noch mehr zwischen Himmel und Erde. “Hallo Salzi! Ja, es hat mir gefallen. Viel Spaß noch hier unten im Dunkeln. Ich geh dann mal.”
Fahrt mit dem alten Bergwerksfahrstuhl. Und dann wieder der Zug. So eine Transportvielfalt hatte ich noch nie in einem Bergwerk. Ich bin begeistert. Ob ich Salzi jemals wiedersehen werde? Egal. Ich hab ja den Sandmann.
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7.6.2007 von sandra.
Die Sonne drückt, die Fahrt ist rasant, das Auto ein Stück Heimat, die Begleitung mehr als vertraut. Entspannt lehne ich mich zurück und sehe die Welt an mir vorbeifliegen. Endlich wieder Berge und dichte Wälder, durch die wir uns schlängeln und die nach 2 Monaten Daueraufenthalt in Hamburg tiefgründige Wohlgefühle in mir aufsteigen lassen. In der Ferne der Chiemsee. Gespickt mit Segelboten glänzt er in der Sonne. Überall Strukturen. Mehr als nichtssagendes Plattland das einen nach zwei Monaten unablässig anzugähnen schien. Berge hoch genug, um Schnee anzulocken und Wolken einzufangen. Wälder die in wenigen Wochen von Pilzen überzuquellen versprechen. Motorradfahrer legen sich tief in die Kurven. Mein Körper drückt gegen die Tür. Und wie früher schwingt die leichte Angst mit, sie könnte sich öffnen und ihren schockierten Inhalt auf die Straße ergießen. Wie ich das liebe. Wie ich das vermisse. Es ist nicht ganz so gut wie Thüringen, aber fast.
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